"Kleine Kirche - großer Riss" Kirchenrenovierung 2021-22

Zum Januar 2021 haben wir für die Bau- und Renovierungsmaßnahme an unserer Martin-Luther-Kirche grünes Licht von der Landeskirche erhalten – die Vorplanungen und Genehmigungsverfahren sind damit abgeschlossen. Es darf gebaut werden.

Was muss getan werden?

Herbst 2021

  • Der Riss und die Innenwände: Der große Riss quer über die Apsis wird mit einer Spezialmasse verschlossen. Zugleich soll in diesem Bereich der Kirche, aufgrund der nicht zu verhindernden Bewegung der Decke (ähnlich einer Brücke), etwas Spiel bzw. eine Sollbruchstelle eingebaut werden. Mit dem nötigen Gerüst werden dann durch Kirchenmaler und Restauratoren die Farben an den Wänden gereinigt; die weißen Flächen gestrichen. Die Kirchenbänke müssen dazu aus der Kirche entfernt und ausgelagert werden.
  • Elektrik: Bei einer grundsätzlichen Prüfung wurde festgestellt, dass die Elektrik in der Kirche, aus den 60er Jahren stammend, nicht mehr dem gängigen Sicherheitsstandart entspricht und dringend ausgetauscht werden muss, dh. alle Schalter, Kabel, Sicherungen und Steckdosen. Neue Schächte müssen dazu geschlagen und gebohrt werden. Diese nicht planmäßige Entdeckung wird die nötigen Kosten der Baumaßnahme verdoppeln. Die Kirche erhält zusätzlich neue Lampen, sowie eine hochwertige Akustikanlage für Gottesdienste und Veranstaltungen. Eine Schließanlage mit Notausgangfunktion soll die Sicherheit in der Kirche erhöhen. Da nach den Untersuchungen der Riss nach höchster Wahrscheinlichkeit durch Temperaturunterschiede und Feuchtigkeitsschwankungen verursacht wird, und es damit zu Bewegungen der Decke im mm-Bereich kommt, soll zukünftig weniger und intelligenter geheizt werden. Dazu werden Messgeräte eingebaut, sowie eine Lüftungsautomatik, welche die feuchte Ausatemluft aus dem Kirchenraum evakuieren soll. Diese Verbesserung wird auch der Orgel gut tun.

Frühjahr 2022

  • Außensanierung: Wer vom Kirchgarten kommend auf unsere Kirche blickt, sieht schon von der Straße (Am Schlossbichl) aus, dass die Außenfassade witterungsbedingt deutlichen Schaden genommen hat. Auch an den Regenrinnen und am Turm und besteht Handlungsbedarf mit Reinigung, Ausbesserung und neuer Beschichtung der Wände. Diese Maßnahme war vor über 15 Jahren angedacht worden, wurde aber bis jetzt nicht umgesetzt. Dazu wird die Kirche von außen komplett eingerüstet werden müssen. Auch die Außentüren und Fenster werden überarbeitet und das Dach, welches sich insgesamt in einem guten Zustand befindet, wird an manchen Stellen überholt werden.
  • Sonderfall Glocke: Als Kirchengemeinde sind wir verpflichtet, eine unserer drei Glocken an den rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben. Nachdem im zweiten Weltkrieg zwei unserer Kirchenglocken für Rüstungszwecke entnommen worden sind, wurde uns zum Kriegsende eine sogenannte „Leihglocke“ aus einer nicht mehr vorhanden Kirche im Osten (im heutigen Polen) zugeteilt. Nach einer großen Spendenbereitschaft aus unserer Kirchengemeinde und einer großzügigen Zuwendung durch die Penzberger Kulturgemeinschaft e.V. in Höhe von 2000.- €, kann jetzt im Frühsommer eine neue Glocke gegossen werden. Das für die Außenfassaden aufgebaute Gerüst soll zusammen mit einem Kran zur Einbringung genutzt werden. Dies wird aufwendig, da das Mauerwerk geöffnet werden muss. An dieser Stelle würden wir uns nach Möglichkeit noch über weitere Spenden zu unser neuen Glocke freuen; es fehlen gut 10.000.- € für den Austausch. Aus Sicherheitsgründen erhalten auch die anderen beiden Glocken eine neue Aufhängung bzw. Eichenjoche und weichere Klöppel, die das Glockenmaterial weniger schädigen. Die Läuteanlage von 1972 wird von einer mechanischen Steuerung auf eine elektrische umgestellt. Da nach Gutachten die Schallsituation unbefriedigend ist, werden die hölzernen und in die Jahre gekommenen Schalläden komplett erneuert werden. Zuletzt sollen neue Schutznetze den hundertfachen Befall des Glockenturms von Fliegen, bisher mehrmals im Jahr, verhindern.

Was kostet das?€€€

Nach Berechnungen unseres vertrauensvoll mit der Baumaßnahme beauftragen Architekturbüros Grubert werden sich die Gesamtkosten auf gut 454.336.- € belaufen. Die bayerische Landeskirche bewilligt eine Bedarfszuweisung von 130.000.- € als förderfähigen Anteil. Die Kirchengemeinde selbst hat aus ihren jahrzehntelangen, gewissenhaften Ersparnissen 176.000.- € eingebracht. Zudem muss ein größeres Darlehen über 10 Jahre aufgenommen werden. Die Stadt Penzberg und der Stadtrat haben uns 40.000.- € Bezuschussung zugesagt, über die wir uns natürlich sehr freuen.

Besonders glücklich sind wir aber über die großzügigen Spenden unserer Gemeindeglieder bei Taufen, Trauungen oder Bestattungen oder einfach durch enge Verbundenheit mit unser Penzberger Kirche. Auch die Bürgerstiftung der Stadt Penzberg hat uns bedacht; aber auch die Penzberger Traditionsvereine D´Huadara, die Jungritter und Bayernbriada, sowie der Gastwirt der ehemaligen Wirtschaft „Zur schönen Aussicht“, die beim Maibaumaufstellen 2019 für unser Kirche gesammelt hatten. Insgesamt sind so gut 18.000.- € an Spenden eingegangen. Ein herzliches vergelt´s Gott allen Geberinnen und Gebern!

Gut 80.000.- € werden wir noch versuchen, in den kommenden Monaten über Spenden einzunehmen.